StefanK
Moderator

Anmeldedatum: 27.08.2006 Beiträge: 138 Wohnort: Bonn
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Hallo zusammen,
ich habe mich gestern (06.01.2008) erstmals an 8P/TUTTLE versucht. Der Himmel war wolkenlos und so bin ich nach Endenich raus gefahren und bis in die Mitte des Messdorfer Felds spaziert. Einen dunkleren Ort mit freiem Blick in alle Richtungen gibt es so dicht an der Stadt hier sonst nicht. Komet Holmes war mit dem Fernglas denn auch sofort problemlos auszumachen; er befindet sich nicht mehr weit von Algol entfernt. Mit TUTTLE war es schwieriger, weil ich versäumt hatte, mir vorher auf einer Karte seine aktuelle Position anzuschauen. Ich wusste daher nur, dass ich unterhalb des WIDDERS suchen musste, irgendwo am "V" der FISCHE. Das ist nun aber mit bloßem Auge wegen der Stadtnähe nicht auszumachen, man erkennt höchstens einzelne Sterne. Das Gesichtsfeld des Fernglases wiederum ist zu klein, um die recht großflächige Formation erfassen zu können.
Allerdings war nach kurzer Suche im fraglichen Bereich ein diffuses Wölkchen auszumachen, im Durchmesser etwas kleiner als der Vollmond. Das sah schon verdächtig nach Komet aus, aber natürlich konnte es - der alte Messier lässt grüßen - auch ein Deep Sky-Objekt sein. Also galt es zunächst einmal, sich den Weg, d.h. die Sterne, zwischen Widder und dem verdächtigen Objekt einzuprägen. Die Überprüfung am Computer schaffte dann sofort Gewissheit: bei dem Wölkchen hat es sich zweifelsfrei um 8P/TUTTLE gehandelt, der zwischen den Sternen 111, 112 und 113 (= Alpha) in den FISCHEN stand.
Im Fernglas wirkte er etwa genau so hell wie HOLMES. Zwar ist TUTTLE rund 2 Größenklassen (= Faktor 6) schwächer als HOLMES, doch ist diese Helligkeit auf eine viel geringere Fläche verteilt als bei HOLMES.
Die Digitalkamera hatte bei beiden Objekten übrigens keine Chance.
Viele Grüße aus Bonn!
Stefan
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